Es gibt zwei hauptsächliche Schreibweisen des Bärndütsch. Die eine orientiert sich an der Aussprache (phonetisch), ist aber teilweise kaum mehr lesbar. Die andere orientiert sich am Schriftbild des Hochdeutschen, ist also gut lesbar (vertraute Wortbilder), funktioniert aber nur für Wörter, die es im Standard-Deutsch gibt.
Die erstere wird hauptsächlich in SMS, Chats und weiteren modernen Kommunikationsformen eingesetzt, letztere hat sich in der Bärndütsch-Literatur wie auch in Lehrbüchern durchgesetzt.
Daraus resultieren folgende Grundsätze für die Schreibweise
- Wenn das berndeutsche Wort sich nicht oder nur unwesentlich vom Hochdeutschen unterscheidet, wählen wir die schriftsprachliche Schreibweise. Beispiele: Wand, schön, sich wehre.
- Die in Drupal zahlreich vertretenen Fachausdrücke müssen unbedingt am Hochdeutsch angelehnt oder in Englisch belassen werden, da sie in phonetischer Form niemand mehr lesen kann. Beispiele: Datebank, Scripting, Browser.
- Fachausdrücke mit Teilwörtern aus der Alltagssprache unterliegen den normalen Schreibregeln. Beispiel: Websyte.
- Wenn das berndeutsche Wort im Hochdeutschen nicht existiert, ist das vertrauteste und lesbarste Wortbild zu suchen - häufig liegt dies irgendwo in der Mitte zwischen beiden Stilen.
Konkrete Schreibregeln im Detail
- Vokalisiertes L (Milch/Miuch, alli/aui): Das vokalisierte L ist immer ein Hauptauslöser von Diskussionen bei Berndeutsch-Schreibweisen. Befürworter klagen, dass die Wörter mit L kein Dialekt mehr seien, Gegner sehen das vertraute Wortbild zu stark belastet. Wir schlagen uns auf die Seite der Gegner und verwenden die schriftliche Schreibweise: Milch, alli.
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